Jeannot und Sabine

Jean Tinguely lebte für die Bewegung und bewegte das Leben. Seine bewegende Biographie findet man auf der Website des Tinguely-Museums.

Und er bewegte auch Basel: Im Fasnachtsbrunnen, an dem er von 1975 bis 1977 baute, wurde, einem Geschenk der Migros zu ihrem 50-jährigen Bestehen, kommt diese Freude an der Unruhe 24/7 und 365 Tage des Jahrs zum Ausdruck. Der Brunnen besteht aus Teilen des alten Stadttheaters, das im August 1975 gesprengt wurde, und steht an Stelle dessen ehemaliger Bühne.

Jede Figur hat einen eigenen Namen: Das Seechter siebt, der Schuufler schaufelt, die Fontääne spritzt, der Wäädel wedelt. Spinne, Suuser, Spritzer, der Querflöter, der Theaterkopf und der Waggler begnügen sich damit, die grosse Wasserfläche gemütlich zu berieseln und zu bespucken.

Neben der Bewegung faszinierte Jean Tinguely das Licht. Er baute es in seine späten Skulpturen ein, so zum Beispiel in den berühmten Luminator, den er für den Bahnhof SBB schuf. Wie er zum Wind stand, konnte ich bis jetzt nicht eruieren, aber ich bin überzeugt: Jean Tinguely hätte seine Freude an Sabine gehabt, die mit wilden Windstössen den sanften Brunnen in eine geifernde Höllenmaschine verwandelte. Die zerstäubten Fontänen liessen im Sonnenlicht heute zudem fröhliche Regenbogenmuster entstehen: zum Wasserspektakel noch die Licht-Show.

Es bleibt zu hoffen, dass der Fasnachtsbrunnen den Sturm der letzten Tage besser überlebt hat als die Eisschichten der letzten Winter. Erst im November wurde er von der IWB saniert, und wir hoffen, dass wir uns noch lange über die mechanischen Wassermänner freuen können.

     

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